Medikamente

Insgesamt gibt es in Deutschland ca. 1,4 Millionen Medikamentenabhängige, davon sind 1,1 Millionen von Benzodiazepinderivaten (Schlaf- und Beruhigungsmitteln) abhängig. Zwei Drittel der Medikamentenabhängigen sind Frauen. In Behandlung sind jährlich 2.000 Personen.

Etwa 4 bis 5 Prozent aller häufig verordneten Arzneimittel besitzen ein eigenes Sucht potenzial. Schätzungsweise ein Drittel dieser Mittel wird nicht wegen akuter medizinischer Probleme, sondern zur Suchtunterhaltung und zur Vermeidung von Entzugserscheinungen verordnet

Menschen leiden unter Schmerzen, besonders die, die unter chronischen Schmerzen leiden. Solche Menschen sind enormen seelischen und körperlichen Belastungen ausgesetzt. Ihre Schmerzen schränken die Lebensqualität so stark ein das an ein normales Leben fast nicht mehr möglich ist. Schätzungen zu nach leiden etwa 7,5 Mio Menschen unter chronischen Schmerz. Die häufigen Schmerzsymptom sind Rücken, Gelenk, Kopf, Nerven, Tumor, Gefäß und Knochen schmerzen(Osteoporose). Etwa 600 000 Patienten benötigen eine spezielle Schmerztherapie. Für solche Patienten sind Schmerzmittel einnahmen ein guter Grund, um das leben Lebenswerter zu gestalten. Darauf sollten alle achten

Verschiedene Schmerzmittel:
Thomapyrin,Aspirin,Aspirin Plus C, ASS ratiopharm, Paracetamol ratiopharm usw.

Info:
Nach neusten Schätzungen sind ca. 1.4-1.5 Mio.-Menschen in der BRD Arzneimittelabhängig (meist frei-käuflich) . Besonders gefährlich sind Mischpräparate in denen zusätzlich Koffein enthalten sind.

Anwender:
Kopfschmerz - Migränepatienten, unruhige Menschen, ältere Menschen

Mißbrauch:
Viele Anwender solcher Medikamente nehmen jene ohne daß ein Grund gegeben ist weiter und merken nicht daß sie sich in einer Abhängigkeit befinden.

Folgen:
Leber und Nieren werden durch die Inhaltsstoffe belastet - süchtig

Rechtliche Grundlage:
Die meisten Tabletten sind frei zugänglich in jeder Apotheke und Supermärkten zu erwerben.

Welche Folgen hat eine Tablettensucht wie die Schmerzmittelabhängigkeit!

Der Medikamentenmissbrauch von Schmerzmittelabhängigen kann ernste Folgen nach sich ziehen
· Die Schmerzmittelsucht kann mit Dauerkopfschmerzen einhergehen, die einen weiteren Konsum hervorrufen.
· Durch den Medikamentenmissbrauch leiden viele Schmerzmittelabhängigen an Organschäden.
· Man schätzt, dass 10% - 15 % der Dialysepatienten aufgrund einer Tablettensucht von Schmerzmitteln erkrankt sind.
· Opioide haben bei Medikamentenmissbrauch oft eine stark euphorisierende Wirkung.
· Bei nachlassender Wirkung der Opioide kommt es bei Schmerzmittelabhängigen oft zu depressiven Verstimmungen.
    Führt die Schmerzmittelsucht zu einer Überdosierung, kann Atemlähmung die Folge sein

Medikamente und ihre Wirkungen!

Tranquilizer und Hypnotika (Beruhigung-Schlafmittel) Benzodiazepane und rezeptpflichtige Medikamente zur kurzfristigen Behandlung von Spannungs-, Erregungs- und Angstzuständen. Nicht zum Behandlungsspektrum gehören eigentlich <Nervosität, Überbelastung und Erschöpfung, werden aber nicht selten als Grund für die Einnahme genannt. Bei längerer Einnahme besteht die Gefahr einer Gewöhnung an die Substanz Dosissteigerung und Entwicklung einer Abhängigkeit.

Risiken:

  1. · Verminderte Konzentrationsfähigkeit
  2. · Beeinträchtigte Muskelfunktion , Koordinationsfähigkeit herabgesetzt.
  3. · Reaktion-und Leitungsvermögen kann negativ beeinflußt werden.
  4. · Schwindel, Müdigkeit, Schlafstörungen und Unruhe.
  5. · Lange Verweildauer im Blut & (Halbwertzeit) möglich, wirken noch am nächsten Tag.

Analgetika(Schmerzmittel)

Opiate und Opioide, sind sehr starkwirkende Schmerz-und Betäubungsmittel , z. B. bei Krebserkrankungen oder Chronischen Schmerzen, die anders nicht mehr wirksam behandelbar sind. Das bekannteste Mittel bei den Opiaten ist das Morphium. Opioide sind synthetisch oder Teil synthetisch hergestellte Substanzen. Opiate und Opioide unterstehen dem Betäubungsmittelgesetz(BtMG). Kodein, das sowohl in Schmerzmittel wie auch in Hustenmittel vorkommt unterliegt nur eingeschränkt dem BtMG.

Einfache Schmerzmittel sind über 80% ohne Rezept erhältlich. Bei bestimmungsgemäßer Anwendung, nur 1-3 mal monatlich mit höchstens 4 bis 10 Tabletten, besteht kein Missbrauch oder Abhängigkeitsrisiko.
Kombinationspräparate (18% aller verkauften EINHEITEN) sind Schmerzmittel die neben dem gezielt schmerzstillenden Wirkstoff wie ACETYLSALICYLSÄURE oder PARACETAMOL zusätzlich Kodein als dämpfenden bzw Koffein als aufputschenden Wirkstoff enthalten. Diese bergen die Gefahr des missbräuchlichen Einsatzes.

Risiken:

  1. · Unruhe, Reizbarkeit, Blutdruckabfall bis hin zu starken Kreislaufproblemen.
  2. · Manchmal hypnotische und euphorisierende Symptome
  3. · Psychomotorische Leistungsfähigkeit ist stark beeinträchtigt

Antidepressiva und Neuroleptika (Mittel gegen Depression und Psychosen)

Bei Antidepressiva und Neuroleptika wirken Psychoaktive Substanzen auf das zentrale Nervensystem und können erhebliche Nebenwirkungen auslösen. Ihnen wird kein Sucht potenzial zugesprochen Bei 30% bis 50% der Patientinnen/ Patienten nach längerer Einnahme (6-8 Monate) schwerwiegende Absetzsymptome auf, die ein Ausschleichen durch kontinuierliches Herabsetzen der Dosis erfordern.

Antidepressiva (konventionelles Mittel gegen Depression) werden bei depressiven Beschwerden wie Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit, negativen Selbstwertgefühl, Antriebsmangel, Ängstlicher Erregung und einem Gefühl der Leere verschrieben. Sie haben eine die Stimmung aufhellende Wirkung (Sonnenbrille für die Seele) und je nach Zusammensetzung zusätzlich beruhigende , dämpfende oder auch aktivierende Wirkung.

Risiken:

  1. · Beeinträchtigung des Reaktionsvermögen evtl. auch bei sachgemäßer Anwendung
  2. · Antriebssteigerung z. B. Selbstüberschätzung.
  3. · Krampf schwelle erniedrigt.

Neuralebtika (Arzneien bei psychotischen Erkrankungen) werden bei psychotischen Störungen wie Wahnerlebnissen, Halluzinationen und bei Schizophrenie eingesetzt. Sie dämpfen Erregung und Verwirrtheitszustände. Unter der Einnahme wirken Personen oft wie >in Watte gepackt<. Nebenwirkungen, vor allem bei langfristiger Einnahme sind Spätdyskinesien Störung der Bewegungsabläufe wie Zittern und Wippen.

Risiken:

  • · Dämpfung
  • · Antriebsminderung
  • · Störungen der Psychomotorik und Koordination

Psychostimulantien (Aufputschmittel)

Ephedrin oder amphetaminhaltige Medikamente zur Überwindung Sie werden auch als >Weckamine< bezeichnet. Sie hemmen das Hungergefühl und werden auch als Appetitzügler oder Schlankmacher eingesetzt. Psychostimulantien wirken sich auf Herz-Kreislauf System aus sind rezeptpflichtig. Bei dauer Gebrauch führen sie zur Abhängigkeit.

Risiken:

  1. · Bluthochdruck, Herz rasen.
  2. · Schweißausbrüche, Übelkeit.
  3. · Aggressivität.
  4. · Selbstüberschätzung.

Ritalin:(Methylphenidat Mittel gegen ADHS)wird bei Aufmerksamkeitsdefizit Störung ADHS und Hyperaktivität Überwiegend bei Kindern und Jugendlichen verschrieben und unterliegt nach Anlage 3 des BtMG einer gesonderten Verschreibungspflicht. Bei vorschriftsmäßiger Einnahme besteht keine Abhängigkeitsgefahr. Es senkt das Risiko der Alkohol,- Drogen- und Tabakabhängigkeit der ADHS Patienten. Ritalin wird teilweise missbraucht, um die Konzentrationsfähigkeit und Leistung zu steigern. In Deutschland ist der Absatz innerhalb von fünf Jahren um mehr als das Vierzig fache angestiegen. In Schleswig- Holstein , wo sich die Zahl der Verschreibungen an Kinder innerhalb von zwei Jahren verdoppelt hat, Überprüft die AOK eventuelle Fehldiagnosen.

Risiken:

  • · Appetitstörungen
  • · Nervosität Übererregtheit.
  • · Müdigkeit
  • · Psychotische Zustände , Halluzinationen.

Weitere Medikamente mit möglichen sicherheitsrelevanten Nebenwirkungen sind.

  1. · Antiepileptika
  2. · Schmerzmittel (Analgetika)
  3. · Blutdrucksenkende Mittel
  4. · Antihistaminika (Mittel zur Behandlung von Allergien)
  5. · Blutzucker senkende Mittel / Insulin.
  6. · Anticholinergika(Medikas die den Puls beschleunigen).
  7. · Atropin haltige Augentropfen die die <Pupillen erweitern<

Mögliche Auffälligkeiten im Leistungsverhalten:

  1. · Betroffene verlieren schnell den Überblick.
  2. · Arbeitsvorgänge nehmen zunehmend mehr Zeit in Anspruch.
  3. · Arbeitsqualität lässt deutlich nach.
  4. · Verminderte Aufmerksamkeit
  5. · Schlechte Informationsaufnahme und -Verarbeitung.
  6. · Nachlassende Geschicklichkeit.
  7. · Klagen über zu hohe Arbeitsbelastung häufen sich.
  8. · Fehler nehmen aufgrund von Konzentrationsschwierigkeiten zu.
  9. · Personen werden unzuverlässig und unpünktlich.
  10. · Häufigeres -auch unentschuldigtes Fehlen am Arbeitsplatz.
  11. · Zunahmen von Arztbesuchen als Begründung für Abwesenheit.

Mögliche Auffälligkeiten im Sozialverhalten:

  1. · Tendenz zum Rückzug die Person isoliert sich.
  2. · Häufige und starke Stimmungsschwankungen.
  3. · Zunahmen von Teilnahmlosigkeiten bis hin zum Gleichgültigkeit.
  4. · Übermäßig harmoniebedürftig, Auseinandersetzungen aus dem Weg gehen.
  5. · Über angepasst und Überkorekt.
  6. · Befindlichkeitsstörungen werden Überbetont.

Mögliche Auffälligkeiten im Gesundheitsbild:

  1. · Anspannung und Nervosität nehmen zu.
  2. · Permanentes Erschöpft sein verbunden mit Klagen >Mir wird alles zuviel<
  3. · Häufige Kopfschmerzen , Schlaflosigkeit und Antriebsarmut.
  4. · Hyperaktivität, Unruhe, Getrieben sein.
  5. · Herz rasen und Schweißausbrüche.
  6. · Zunahmen von Ängsten, phobischen Reaktionen, Verfolgungsangst.
  7. · Verlangsamtes Sprechen verwaschene Sprache .
  8. · <<<<Trunkene<<<<<<< Reaktion ohne Alkoholfahne

 

 

 

Bin ich medikamentenabhängig?

Die Frage, ob eine Abhängigkeit von psychoaktiven Medikamenten besteht oder nicht, ist nicht leicht zu beantworten. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt oder einer anderen fachkundigen Person, zu der Sie Vertrauen haben, wenn Sie bereits seit mehren Monaten oder Jahren Medikamente einnehmen, um:

  • Ihr psychisches Befinden zu verbessern und negative Gefühle, wie Angst, Trauer und Einsamkeit besser ertragen zu können.
  • Schmerzen zu lindern, deren Ursachen Sie nicht kennen.
  • Besser schlafen zu können oder Ihre Unruhe bzw. Nervosität in den Griff zu bekommen.
  • Der längerfristige Gebrauch solcher Medikamente kann andererseits zu bestimmten Gewohnheiten und Schwierigkeiten führen. Wenn Sie eine der folgenden Fragen mit »Ja« beantworten, kann das ein Hinweis auf ein Medikamentenproblem und eine eventuelle Abhängigkeit sein.
  • Beunruhigt Sie die Vorstellung, mehrere Tage oder sogar Wochen auf »Ihr« Medikament verzichten zu müssen?
  • Haben Sie sich zur Sicherheit einen Vorrat dieses Medikaments angelegt?
  • Haben Sie über die Zeit der Einnahme hinweg die Dosis gesteigert, da die Wirkung des Medikaments nachließ und die ursprünglichen Beschwerden trotz Einnahme des Medikaments wiederkamen?
  • Verbergen Sie vor anderen, dass Sie dieses Medikament einnehmen bzw. wie häufig und in welcher Dosis Sie dieses Medikament einnehme?

    Suchen Sie fachlichen Rat und Hilfe, wenn Sie mit einem Medikament nicht zurecht kommen oder eine Abhängigkeit befürchten. Setzen Sie niemals eigenmächtig ein Medikament ab und nehmen Sie Medikamente immer in der verordneten Dosis ein! Jede Veränderung der Einnahme muss vorher mit Arzt bzw. Ärztin abgestimmt werden!