Aus dem Newsletter der Drugcom 31.01.2017 übernommen.

Jugendliche reagieren anders auf Cannabis als Erwachsene

Das hat es noch nicht gegeben. Bislang wurde die Wirkung von Cannabis entweder an Erwachsenen getestet oder an Tieren.  Ein Forschungsteam aus England hat erstmals an Jugendlichen überprüft,  wie sie auf die akute Wirkung von Cannabis reagieren.
 

 

Drogen wirken nicht immer gleich. So kann die Wirkung von Cannabis von Person zu Person unterschiedlich sein. Eine Studie aus England hat  nun untersucht, ob und wie Jugendliche im Vergleich zu Erwachsenen auf  Cannabis reagieren. 20 männliche Jugendliche im Alter zwischen 16 und 17 Jahren sowie 20 junge Männer zwischen 24 und 28 Jahren haben an dem  Experiment teilgenommen. Alle Teilnehmer konsumierten wöchentlich, aber  nicht täglich Cannabis.

Das Forschungsteam verabreichte entweder  den Cannabiswirkstoff THC oder ein wirkstoff freies Placebo. Dazu wurden  die Substanzen verdampft und in einen Ballon gefüllt. Die Teilnehmer  mussten den Inhalt des Ballons einatmen. Keine wusste, ob er THC oder  ein Placebo inhalierte. Die Menge an THC soll der von etwa einem Drittel Joint entsprochen haben. Anschließend absolvierten die Teilnehmer Tests und beantworteten jede Menge Fragen zu ihrem Befinden.

Jugendliche weniger stoned

Auffällig war, dass die Jugendlichen sich bei der gleichen Menge THC weniger  stoned fühlten als Erwachsene. Im akuten Rausch zeigten sie weniger  Angstsymptome als Erwachsene und waren weniger beeinträchtigt, wenn es  um das Gedächtnis ging. Hinzu kam, dass die Jugendlichen auch mehr Lust  verspürten, noch mehr THC zu konsumieren.

Das Forschungsteam  schlussfolgert, dass Jugendliche weniger sensibel auf Cannabis reagieren als Erwachsene. Dadurch würden Jugendliche aber auch stärker dem Risiko ausgesetzt sein, ihren Konsum fortzusetzen oder zu steigern. Erwachsene erleben hingegen häufiger negative Effekte, was eine Konsumsteigerung  weniger wahrscheinlich macht.

Die Ergebnisse sollten nach Angaben  des Forschungsteams aber mit Vorsicht genossen werden, da es sich um  eine kleine Stichprobe handelt. Weitere Studien mit mehr Teilnehmern  müssen die Ergebnisse erst noch bestätigen.


Quelle:
Mokrysz, C., Freeman, T. P., Korkki, S., Griffiths, K. & Curran, H. V.  (2016). Are adolescents more vulnerable to the harmful effects of  cannabis than adults? A placebo-controlled study in human males. Transl Psychiatry, 6, e961.

Cannabis

Cannabis ist die botanische Bezeichnung für Hanf. Aus der Cannabis Pflanze werden Haschisch und Marihuana gewonnen daraus ergeben sich die psychoaktive THC (Tetra.Hydro-Cannabitol) wirkstoffe. Haschisch ist das gepresste Harz der Pflanze der Pflanze, Marihuana besteht aus den getrockneten Pflanzenteilen, vornehmlich aus den Blüten.

Seltener ist das sogenannte Haschischoel das durch Verwendung von organischen Lösungsmitteln extrahiert wird.

Auch der Besitz von “kleinst Mengen“ Cannabis zum Eigengebrauch ist STRAFBAR, der Mytos das der zum “Eigengebrauch Cannabis oder Marihuana” straffrei sei ist ein Irrglaube! Es bleibt, in den Fällen aber der Staatsanwaltschaft überlassen, nach §31aBtMG von der Strafverfolgung abzusehen! Es gibt keine Bundeseinheitliche Regelung sondern es ist Bundesländersache bis zu welcher Grenze verfahren werden kann. In Rheinland Pfalz liegt die Grenze nun bei 10 Gramm Haschisch oder Marihuana! Die Grenze wurde im Februar 2012 von 6 Gramm auf 10 Gramm heraufgesetzt.

Da die Wirkstoffgehalte in den Cannabis Pflanzen für, Haschisch und Marihunana, in den letzten Jahren sehr gestiegen sind kann man Heute nicht mehr von “Weichen Droge“ sprechen. Da die Aufzucht von “Hochleistungscannabis” in “Indoorplantagen“ stetig steigt und dies damit ein Anstieg von psychotischen Erkrankungen zur folge hat. bleibt von der “ weichen Droge“ nicht mehr viel übrig und die Verharmlosung von Cannabis ist daher auch nicht mehr gegeben.

Nach zu lesen unter(vgl. BGH NStZ-RR 2008, 319 unter Hinweis auf Patzak/Goldhausen NStZ 2007, 195)

Cannabis( Wirkstoff: THC)

Konsumformen: Rauchen und Essen (eingebacken in Plätzchen)

Konsumeinheit: durchschnittlich 15 mg

                   Haschich- 2,50-10€‚¬ pro Gramm    

                    Marihuana- 5-12,50 ‚¬ pro Gramm

Psychoaktive Wirkung: ausgeprägtes Wohlbefinden, körperliche Entspannung, Antriebsminderung, Denk und Wahrnehmungsstörungen, teilweise mit Hallos, Störung der Konzentrationsfähigkeit.

Körperliche Wirkung: Augenrötung und Pupillenerweiterung, Mundtrockenheit, Bewegungsunruhe, Gangunsicherheit, Verlangsamung der Sinnesabläufe, gesteigerte Hungerreize( Sog.Fress-Flash)

Nachweisbarkeit: im Blut- THC 5-12 Stunden, im Urin- THC bis zu 3 Tage bei einmaligem Konsum, bis zu 90 Tage bei Chronischem Konsum

Fazit

Regelmäßiger Cannabiskonsum muss nicht zwangsläufig in eine Abhängigkeit führen, doch das Risiko ist hoch. Ein Drittel der Konsumierenden in der niederländischen Studie hat im Laufe der nächsten drei Jahre die Kontrolle über seinen Konsum verloren. Hierbei spielte jedoch weder die Häufigkeit noch die Intensiät des Konsums eine Rolle. Der Konsum war bei allen Teilnehmenden der Studie etwa gleich hoch.

Wer allerdings das Kiffen dazu benutzt hat, Unangenehmes zu verdrängen, der- oder diejenige ist mit hoher Wahrscheinlichkeit abhängig geworden. Kritische Lebensereignisse haben zusätzlich dazu beigetragen, das Kiffen zur Bewältigung unangenehmer Gefühle zu benutzen.

Für Konsumierende ist es daher wichtig, die eigenen Konsummotive zu hinterfragen. Warum kiffe ich? Geht es um Genuss oder doch eher um Flucht? Wer sich unsicher ist, wie es um den eigenen Konsum bestellt ist, der kann den Cannabis Check machen. Beratung und Hilfe bietet das Programm Quit the Shit. Beraterin Reglinde erläutert im Interview, für wen das Programm geeignet ist und wie es hilft.

Kokain/Crack

Kokain ist ein weisses, bitter schmeckendes Pulver. Es ist der Suchtstoff, der aus den Blättern des Kokastrauchs gewonnen wird. Der Kokastrauch wird in Südamerika, in den Anden angebaut. Mitte des letzten Jahrhunderts wurde aus den importierten Kokablättern erstmals auf chemische Weise der Wirkstoff Kokain gewonnen und als Arzneimittel auf den Markt gebracht. Eine zunehmende Verbreitung findet seit einigen Jahren das sog. Crack, das in kleineren Brocken getrocknet und mittels besonderer Glaspfeifen inhaliert wird. Durch das Rauchen gerät das Kokain rasch in die Blutbahn und die Wirkung setzt binnen Sekunden ein.

Konsumform: Kokain- Einnahme durch die Nase ; seltener durch intravernöse Injektion Crack- wird in pfeifen ähnlichen Gefäßen geraucht

Konsumeinheit: Kokain: je nach Toleranz 10 mg bis 200 mg Crag: 100mg

Grammpreise: Kokain- 30-100 €‚ Crack-ab 5€‚¬ pro Stein

Psychoaktive Wirkung: 1. Euphoriches Stadium

Steigerung der Leistungsfähigkeit und des Selbstbewustseins,-

Verdrängung der Alltagsprobleme,-

Beschleunigung des Denkvermögens bei gleichzeitiger Abnahme der Urteilsfähigkeit.

2. Depressives Stadium( Post Coke Blues)

Müdigkeit ohne eigentliches Schlafbedürfnis,

depressive Verstimmung mit Schuldgefühlen,

Selbstwertschwankungen mit erhöhter Suizidgefahr.

Nachweisbarkeit: im Urin & im Blut 1-4 Tag

Heroin

Heroin, Opium und Morphium gehören zur Stoffgruppe der Opiate. Alle diese Suchtstoffe werden aus dem Rohopium des Schlafmohns gewonnen und beeinflussen Stimmungen, Gefühle und Wahrnehmungen. Nachdem es gelungen war, den Hauptwirkstoff des Opiums, das Akaloid, Morphin, zu isolieren, wurde die Substanz im Jahr 1828 von der Firma Merck als stark wirksames Schmerzmittel auf den Markt gebracht. Morphium wird noch heute als Schmerzmittel bei Schwerstkranken eingesetzt. Heroin entsteht durch eine chemische Weiterverarbeitung des Opiums. Das halbsynthetische Heroin und andere morphinähnliche Stoffe, wie z. B das vollsynthetische Methadon nennt man Opioide. Bei der Heroinherstellung wird über verschiedene chemische Prozesse Morphinbase entzogen und durch ein weiteres chemisches Verfahren (Acetylierung) in Morphinhydrochlorid, das so genannte Heroin Nr. 1, umgewandelt,das einen Wirkstoffgehalt von 60-80 % besitzt. Durch entsprechende weitere Verfahren kann die Wirkstoffkonzentration bis zu über 90 % gesteigert werden. Der Wirkstoffgehaltü des auf dem illegalen Markt erhältlichen Heroins schwankt zwischen 10 und 95 % und liegt bei mittleren Qualitäten um 50 %. Strassenheroin wird in kleinen Päckchen pulverförmig angeboten. Dessen Wirkstoffkonzentration schwankt in der Regel zwischen 5 und 30 %.

Konsumformen:Intravernöse Injektion Rauchen, Sniefen

Konsumeinheit: 5-25 mg

Grammpreise: 30 bis 50 Euro je nach Qualität

Psychoaktive Wirkung:starke Euphorie (nur kurzzeitig sog. Kick)- vollständige Sorglosigkeit,intensives Wohlbefinden,

Antriebs-und Aktivitätsverlust, anschliessend länger andauernder, meist schläfriger Zustand von erfüllter Zufriedenheit.


Körperliche Wirkung: Übelkeit, Mundtrockenheit, Kreisklaufstörungen, Verengung der Pupillen, Abnahme des sexuellen Verlangen erhebliche Entzugserscheinungen.

Nachweisbarkeit: im Urin 2-3 Tage; im Blut: mehrere Stunden bis Tage
Die Wirkung von Heroin ist je nach Art des Konsums unterschiedlich. Gespritztes Heroin wirkt am stärksten, inhaliertes Heroin schwächer auf das zentrale Nervensystem. In Deutschland ist das Injizieren die gebräuchlichste Konsumform. Allerdings nehmen infolge der mit dem Spritzen verbundenen Infektionsgefahren (durch mehrfache Benutzung von Spritzbestecken (AIDS, Hepatitis) andere Konsumformen zu.

Spice

Bei Spice handelt es sich um eine Räuchermischung aus verschiedenen Kräutern Z.B. Blauer Lotus, Helmkraut. Meeresbohne, u.a.und. diese Kräuter fallen nicht unter das BTMG und sind daher frei käuflich. Nach Medienberichten im Jahre 2008 war Spice eines der “Renner“ in der Betäubungsmittelszene wegen der dem Cannabis vergleichbaren psychaktiven Wirkungen beim Konsum. Die daraus hervorgerufenen Untersuchengen ergaben das die berauschende Wirkung auf die synthetischen Cannabinoide JWH-018 und CP-47,497 zurück zu führen sind und die in Spice nachgewisen wurden. Seid dem Januar 2009 sind diese Cannaboide der AnlageII des BtMG unterstellt (BGBI.2009,S.49f.) sodass der Umgang hiermit nunmehr strafbar ist.

Konsumform: Rauchen

Psychoaktive Inhaltsstoffe: Sybthetische Cannoboide, JWH-018, JHW-019, JHW 073, CP 47,497

Grammpreis: ca. 10€‚¬

Psychoaktive/körperliche Wirkung: sehr ähnlich wie bei Cannabis

Tabak

Insgesamt gibt es ca. 17 Millionen Raucher in Deutschland, davon sind 4,3 Millionen tabakabhängig. Der Anteil der Raucher beträgt 40 Prozent bei Männern und 25 Prozent bei Frauen. 35,6 Prozent aller Raucher konsumieren mehr als 20 Zigaretten pro Tag. Die meisten Raucher finden sich in der Altersgruppe der 20 bis 24-jährigen.
(46 Prozent bei Männern, 35 Prozent bei Frauen)

Nach den Ergebnissen des Mikrozensus 2003 bezeichneten sich 27 Prozent der

über 15-jährigen als Raucher. Das durchschnittliche Einstiegsalter ist inzwischen auf 13,6 Jahre gesunken.

In Deutschland ist jährlich mit 110.000 bis 140.000 tabakbedingten Todesfällen zu rechnen, 43.000 durch Krebs, 37.000 durch Kreislauferkrankungen, 20.000 durch

Atemwegserkrankungen. Das entspricht 22 Prozent aller Todesfälle bei Männern und fünf Prozent aller Todesfälle bei Frauen.

Die Kosten tabakbedingter Krankheiten und Todesfälle belaufen sich jährlich auf rund 17,3 Milliarden Euro, das sind 200 Euro pro Einwohner oder 800 Euro pro Raucher.

Der Verbrauch an Zigaretten lag im Jahr 2004 bei 111,7 Milliarden Stück, das sind 15,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Konsumenten gaben für Tabakwaren
22,9 Milliarden Euro aus (minus 1,2 Prozent).

2004 nahm der Staat rund 13,6 Milliarden Euro Tabaksteuern ein (minus 3,3 Prozent). Die Tabaksteuer ist nach der Mineralölsteuer die zweitwichtigste Einnahmequelle unter den Verbrauchssteuern im Bundeshaushalt.

Die Tabakindustrie gab 2004 für Werbung in Zeitungen, Zeitschriften, in Hörfunk und Fernsehen insgesamt 55 Millionen Euro aus.