Alkohol- und seine Geschichte:

Alkohol hat sich in der Geschichte der Menschheit schon früh einen Namen gemacht. Früher haben ihn hohe Priester verwendet, um sich im Rausch den Göttern zu nähern und um ihre Wahnvorstellungen auszuleben gegenüber dem "niederen Volk". Alkohol baute damals wie heute die Ängste der Menschen vor dem Leben und den Katastrophen ab und betäubt die zwischenmenschlichen Beziehungsängste! Massenalkoholismus gab und gibt es immer. Durch die Destillation wurden dem sonst eher milden Alkohol die hochwertigen Prozente erst zugeführt. Heutzutage ist Alkohol neben Nikotin die am häufigsten konsumierte legale Droge!

Wirkung:

Wie Alkohol wirkt, weiss wohl jeder. Alkohol wirkt in 2 Phasen: bei wenig Genuss von Alkohol (0,2 l. Bier oder 0,1 l Wein) anregend. Steigert man den Konsum, dämpft der Alkohol das zentrale Nervensystem, nach und nach enthemmt der Alkohol - dann erst wirkt er stimmungsverbessernd. Ab einer täglichen Menge von 40 g reinem Alkohol (entspr. 1 l. Bier oder 0,5 l. Wein) kommt es zu schädlichen Langzeit-folgen. Bei Frauen liegt der Grenzwert bei 20 g reinem Alkohol !

Missbrauch und Abhängigkeit:

Die enthemmende Wirkung des Alkohols stellt eine starke Versuchung dar, die zu dem Teufelskreis führen kann, immer wieder Alkohol (Suchtmittel ) zu sich zu nehmen. Die bekanntesten Entzugserscheinungen sind Zittern (“Gib mir einen Strohhalm”), Schwitzen (“Mann, ist es heute wieder heiss”), Erbrechen (der morgendliche Kniefall vor der Kloschüssel) und Kreislaufprobleme. Der Kater ist eine leichte Entzugserscheinung, die je nach Situation durch Kopfschmerzen, Unlust, Gereiztheit, Verstimmtheit und Deprimiertheit verstärkt werden kann. Die Ursachen sind- auf das giftige Acetaldehyd zurückzuführen, das beim Abbau von Alkohol entsteht.

 Langzeitfolgen:
· Gehirnzellen sterben ab, Bauchspeicheldrüsen-, Leber-, Magen/ Darm-, Herz- Kreislauf- und Nervenschädigungen


Schwere Schädigungen - Delirium tremens:
· sollte nur im Krankenhaus (Intensiv) behandelt werden.


  Krampfanfälle “ Grand mal”:

  • Besonders tückisch, kommt ohne Vorwarnung bei unkontrolliertem Entzug von Alkohol. Deshalb immer in einer Klinik den Entzug durchführen:

Korsakow-Syndrom:

  • · schwerste Gehirnschädigung durch Alkohol, Endzustand vieler Alkoholiker.
     

Wernicke-Krankheit:

  • der Vorbote von Korsakow, wenn der Patient es lebend Übersteht.
     

Einsicht gleich Entzug:

Die Einsicht, alkoholkrank zu sein, ist der 1. Schritt zum Entzug und zu einem realen normalen Leben. Der körperliche Entzug selbst sollte in einer Fachklinik gemacht werden (meist Psychiatrie). Der Betroffene findet hier fachliche Hilfe und Menschen in derselben Situation. Dauer- nur noch 5-8 Tage. Der psychische Entzug dauert in der Regel länger- meist 3-6 Monate. Dieser wird auch in einer Fachklinik durchgeführt (Langzeittherapie)

Co Abhängigkeit:

Die Angehörigen von Betroffenen werden meist mit ihren Sorgen und Ängste alleine gelassen. Nur den wenigsten gelingt es, mit ihrer Co-Abhängigkeit alleine fertig zu werden. Deshalb brauchen Co-Abhängige dieselbe psychologische Hilfe.

Definitionen

Es wird zwischen Alkoholgefährdung, Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit unterschieden.

Alkoholgefährdung
· definiert sich über die Menge, der Situation unangemessener Konsum
Alkoholmissbrauch
· liegt vor, wenn der Konsum von Alkohol zu körperlichen und/ oder psychischen und/ oder psychosozialen Folgeschäden führt.
Alkoholabhängigkeit liegt vor,
· wenn Entzugserscheinungen auftreten
· wenn immer mehr Alkohol benötigt wird, um die gleichen Wirkungen zu erzielen
· wenn Alkohol konsumiert wird, um die Entzugssymptome zu mildern
· wenn der starke Wunsch oder eine Art Zwang zum Alkoholkonsum besteht
· wenn verminderte Kontrollfähigkeit über Beginn, Beendigung und Menge des Alkoholkonsums vorliegt
· wenn sich das Verhaltensmuster im Umgang mit Alkohol einengt (Alkohol wird auch zu unüblichen  Gelegenheiten getrunken)
· wenn andere Vergnügen oder Interessen zugunsten des Alkoholkonsums fortschreitend vernachlässigt werden
· wenn Alkoholkonsum fortbesteht, obwohl die betroffene Person um die schädlichen Wirkungen weiß

 
Alkoholabhängigkeit in der Arbeitswelt

  • der Altersschwerpunkt liegt bei alkoholabhängigen Menschen zwischen 30 und 50 Jahren (65 Prozent der Männer, 35 Prozent der Frauen)
  • Etwa 4,3 Millionen Menschen trinken täglich in Deutschland am Arbeitsplatz regelmäßig Alkohol
  • Von insgesamt 39,1 Millionen Arbeitnehmern sind etwa zwei Millionen alkoholkrank
  • der Anteil der alkoholgefährdeten Beschäftigten liegt in den Betrieben bei 10 Prozent
  • etwa 25 bis 30 Prozent der Arbeits- und Wegeunfälle gelten als alkohol- und/oder medikamentenbedingt
  • bei Abhängigkeitskranken ist mit einer suchtbedingten Minderleistung von rund 25 Prozent zu rechnen
  • Die Fehlzeiten bei Alkoholkranken liegen im Schnitt 16-mal höher als bei Nichtabhängigen
  • Alkoholkranke sind drei Mal so häufig in Betriebsunfälle verwickelt wie Nichtabhängige
  • Bis zu 30 Prozent der Arbeitsunfälle - rund 468 000 Unfälle pro Jahr - ereignen sich unter Alkoholeinfluss
  • bei einem Betrieb mit 1.000 Beschäftigten kostet dies jährlich im Durchschnitt fast 400.000 EURO

Alkohol und Unfallgefahren

  1. bereits bei 0,2 Promille sind die Aufmerksamkeit, die Reaktionsfähigkeit, die Konzentration, der Gleichgewichtssinn, das Sehvermögen, das Denkvermögen, die Stimmungslage und die Handfertigkeit beeinträchtigt
  2. bei 0,8 Promille (circa ein halber Liter Wein und ein Glas Schnaps) ergeben sich eine um 25 Prozent verminderte Sehfähigkeit, um 35 bis 50 Prozent verlängerte Reaktionszeit, ausgeprägte Konzentrationsschwäche, zunehmende Enthemmung, Selbstüberschätzung, Verengung des Blickfeldes (sogenannter Tunnelblick)
  3. 1,3 Promille Alkohol im Blut (circa ein Liter Wein und ein Glas Whisky) bewirken massive Einbußen der Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit, Verlust der Kritikfähigkeit (Selbstüberschätzung), Sprach- und Orientierungsstörungen, starke Gleichgewichtsstörungen sowie Verschlechterung des räumlichen Sehens.

Mit zunehmendem Promillegehalt steigt die Unfallgefahr erheblich, und zwar bei:

  • 0,4 Promille 2-faches Unfallrisiko
  • 0,8 Promille 4-faches Unfallrisiko
  • 1,2 Promille 10-faches Unfallrisiko
  • 1,5 Promille 16-faches Unfallrisiko

Im Betrieb ist das Risiko natürlich auch von der Art der Tätigkeit abhängig. Bei Arbeiten, bei denen es auf hohe Konzentration und Aufmerksamkeit oder auf schnelle Reaktionen an-kommt, erhöht der Genuss von Alkohol die Gefährdung beträchtlich. Nach § 7 der BGV A 1 -Grundsätze der Prävention- ist der Genuss von Alkohol verboten. Beschäftigte dürfen sich durch Alkoholgenuss nicht in einen Zustand versetzen, durch den sie sich selbst oder andere gefährden können. Sind sie infolge Alkoholgenusses oder anderer berauschender Mittel nicht mehr in der Lage, ihre Arbeit ohne Gefahr für sich oder andere auszuführen, dürfen sie mit Arbeiten nicht beschäftigt werden. Diese Bestimmung gestattet eine auf die betrieblichen Gegebenheiten bezogene praxisnahe Regelung in jedem Einzelfall. Sie gestattet auch, bei der Beurteilung einer Gefährdung unter Berücksichtigung der Eigenart des Betriebes und der ausgeübten Tätigkeit strenge Maßstäbe anzulegen. Der Konsum von Spirituosen lässt in der Regel eine Gefährdung vermuten. Betriebliche Verbote, die jeglichen Genuss von alkoholischen Getränken während der Arbeitszeit und der Arbeitspausen untersagen, können nach Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Personalvertretung ausgesprochen werden. Das Beschäftigungsverbot zwingt nicht zur Entfernung aus dem Betrieb. Ob die Entfernung vertretbar ist, muss im Einzelfall entschieden werden.

 

Der Pro-Kopf-Verbrauch an reinem Alkohol lag 2005 bei ca. 10 Litern, das entspricht rund 145 Litern Bier. Deutschland liegt damit weltweit weiterhin in der Spitzengruppe.
Etwa 5,5 Prozent der Bevölkerung zwischen 18 und 59 Jahren leben alkoholabstinent.
10,4 Millionen Menschen im Alter von 18 bis 69 Jahren haben einen riskanten Konsum von Alkohol, 1,6 Millionen sind abhängig. Jährlich sind ca. 163.000 Personen in ambulanter bzw. stationärer Behandlung.
5 bis 7 Millionen Angehörige sind durch die Alkoholabhängigkeit eines Familienmitglieds betroffen.
2 bis 3 Millionen Kinder leben in suchtbelasteten Familien. Sie haben ein sechsfach höheres Risiko, später eine eigene Suchterkrankung zu entwickeln. 50 bis 70 Prozent der Kinder suchtkranker Eltern werden selbst abhängig.
2005 wurden rund 22.000 Alkoholunfälle mit Personenschaden registriert. Dabei wurden 603 Menschen getötet.
Ungefähr 10 bis 30 Prozent der Arbeits- und Wegeunfälle sind alkoholbedingt. Im betrieblichen Bereich rechnet man mit 5 bis 10 Prozent alkoholkranken Mitarbeitern.
Rund 40 Prozent der Alkoholabhängigen, die eine Beratungsstelle aufsuchen, sind arbeitslos oder nicht erwerbstätig.
Jedes 250. Kind (das sind 2200 Kinder pro Jahr) wird mit Schädigungen aufgrund des Alkoholkonsums der Mutter während der Schwangerschaft geboren (Alkohol-embryopathie)
Jährlich gibt es rund 74.000 Todesfälle durch Alkoholkonsum allein oder durch den Konsum von Alkohol und Tabak. 76 Prozent der Alkohol toten sind Männer. Der größte Teil der Todesfälle ist im Alter von 35 bis 64 Jahren zu verzeichnen. Der Anteil alkoholbedingter Todesfälle liegt in dieser Gruppe bei 13 Prozent bei Frauen und bei 25 Prozent bei Männern.
Mindestens 5,5 Prozent aller Krankenhausbehandlungen sind auf den Konsum von Alkohol allein oder den gemeinsamen Konsum von Alkohol und Tabak zurückzuführen. Die daraus resultierenden Kosten werden mit 2,7 Milliarden Euro beziffert.
Die Kosten alkoholbezogener Krankheiten (ohne Kriminalität) werden pro Jahr auf ca. 20,6 Milliarden Euro geschätzt.
im Jahr 2005 wurden unter Alkoholeinfluss mehr als 200.000 schwere Straftaten, wie Körperverletzung, Totschlag, Vergewaltigung und Mord, verübt. Im Jahr 2005 beliefen sich die staatlichen Einnahmen aus Alkoholsteuern auf insgesamt 3,4 Milliarden Euro.
Die Werbeaufwendungen für alkoholische Getränke in TV, Rundfunk, Plakatwerbung und Zeitungen / Zeitschriften lagen 2005 bei 564 Millionen Euro.